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26 Mai 2007

Exklusives Video zur Auswärtsfahrt nach Aalen: Germany's Next Top Supporter

Das lange Warten hat ein Ende. Hier ist es, unser Video von der Auswärtsfahrt nach Aalen. Auf dem langen Weg dorthin suchten wir Germanys Next Topsupporter. Und natürlich war auch wieder jede Menge Party angesagt... Seht selbst:



Und nicht vergessen: De Handetasche muss lebendig sein!

21 Mai 2007

Sportfreunde nur noch einen Punkt vom Abstieg aus der Regionalliga Süd entfernt - 2:3 in Aalen

Ohne Punkte kehrten die Sportfreunde Siegen und ihre Fans aus Aalen in der Schwäbischen Alb zurück. Die Konkurrenz punktete, so dass die Siegener in den letzten verbleibenden Spielen in 180 Minuten genau 1899 Prozent geben müssen, um in der Liga zu bleiben. Dies einmal vorweg.

Zugegeben, die Woche vor dem Gastspiel in Aalen gestaltete sich recht stressig, auch was die Planungen unserer Fahrt betraf. Eine schöne Geste gab es indes von der Mannschaft und dem Vorstand der Sportfreunde. Die sponsorten nämlichen zwei Fanbusse nach Aalen und bezahlten zudem allen Auswärtsfahrern den Eintritt. An dieser Stelle nochmal ein Dankeschön, das ist ja alles nicht selbstverständlich. Selbstverständlich ist aber, dass die Mannschaft bei einem so wichtigen Spiel dann auch die 1899 Prozentige Unterstützung der Fans erwarten darf. Im Umkehrschluss können die es von der Mannschaft ebenso erwarten.

Doch da sollten sich noch einige Hindernisse auftun. Zunächst einmal kam ein Großteil der Fans gar nicht pünktlich zum Anpfiff. Und zwar ausgerechnet die beiden gesponsorten Busse. Da hatten sie sich beide verfahren, obwohl sie bereits eine Stunde vor dem Spiel im Ort (!) Aalen angekommen waren. Wie das geht, muss man mal die Augenzeugen befragen. Aber die, die mit dem Auto unterwegs waren, kamen pünktlich. Denn unsere Anfahrt nach Aalen verlief problemlos und die Flutlichtmasten des Stadions sah man in der idyllischen Alb-Landschaften schon von Weitem. Und die bereits Angekommenen wurden in der ersten Viertelstunde auch nicht müde die Mannschaft auch mit wenigen Leuten zu unterstützen. Doch der Funke sprang nicht über.
Nach eigentlich gutem Beginn ließ die Mannschaft nach.

Ein klarer Elfmeterpfiff, Okpala war vom Aalener Torhüter umgemäht worden, blieb aus, Siegen fortan konsterniert. Und die Aalener schlugen daraus prompt Kapital und gingen in Führung. Mittlerweile waren auch die Nachzügler im Waldstadion in Aalen angekommen. Der Support wurde nun deutlicher lautstarker und abwechslungsreicher. Doch ehe sich die Siegener Sportfreunde wieder geordnet hatten, stand es 2:0 für Aalen. Sie schlossen einen Konter eiskalt ab. Die Mehrzahl der Zuschauer im Stadion hatte aber ein deutliches Abseits gesehen. Die zweite Fehlentscheidung des Tages. Doch damit allein kann man den Rückstand nicht rechtfertigen. Siegen blieb in der ersten Halbzeit einfach zu pomadig. Vereinzelnde Vorstösse nach Vorne bildeten die Höhepunkte aus Siegener Sicht. Und das ein oder andere Mal musste Torwart Richter eingreifen, um einen höheren Rückstand zu verhindern. Das war zu wenig, um im Abstiegskampf zu bestehen. Dementsprechend konnten die Fans auf den Rängen es auch nicht fassen, wie sich die Mannschaft präsentierte, fürchteten gar, dass sie in den alten Trott verfallen würden.

Doch nach dem Seitenwechsel wendete sich das Blatt erheblich. Einbahnstrassenfußball stand auf der Tagesordnung. Und zwar auf das Tor der Aalen. Siegen gab das Spiel noch nicht aus der Hand, verspürte, auch angepeitscht durch seine Fans, dass hier noch was ging. Und diese aufopferungsvolle, kämpferische Leistung wurde belohnt. Gaetan Krebs löste mit seinem Anschlusstreffer eine Welle von Hoffnung auf Zählbares aus, die über die mitgereisten Fans hinweg rollte. Jetzt begann die spannendste Phase des Spiels, Siegen drückte, angefeuert durch seine Fans. Doch die Aalener Abwehr hielt ein ums andere Mal stand. Und dann die Ernüchterung: Bei einem Konter wird Richter (wie bereits gegen Wehen) durch eine Bogenlampe düpiert. Aus der Traum von Punkten aus Aalen. Die Abstiegsangst im Nacken. Die Oberliga droht. Enttäuschung machte sich unter den Fans breit. Bei manchen gipfelte sich diese in unbegründete Wut, die nach dem Spiel auch an einigen Spielern ausgelassen wurde, unschöne Szenen. Doch vorwerfen kann man der Mannschaft nach dieser zweiten Halbzeit nichts. Sie haben gekämpft und alles versucht. Okpala schaffte gar noch den erneuten Anschlusstreffer wenige Minuten vor Schluss, doch der kam zu spät. Doch warum nicht gleich so? Eine solche Leistung wie in der zweiten Halbzeit hätte sicherlich etwas Zählbares eingebracht. Doch nun heißt es Abstiegskampf pur gegen den KSC II und Kaiserslautern II. 180 Minuten lang, 1899 Prozent für den Ligaverbleib des Vereins, den wir lieben.
Auf der Rückfahrt gab es bei Würzburg noch einen längeren Stau, der etwas an den Nerven zehrte. Doch auch davon abgesehen klappte alles wunderbar, unterm Strich war es wieder eine gelungene, lustige Auswärtsfahrt. Nur die Punkte fehlten - mal wieder.

Ein Video zur Auswärtsfahrt nach Aalen folgt bald...

12 Mai 2007

Sportfreunde mit guter Moral und starker Kampfleistung - aber leider "nur" Remis

Von einem Schulterschluss war die Rede vor dem Spiel. Fans und Mannschaft sollten die Kräfte gebündelt werden. Gemeinsam zum Ziel: Klassenerhalt. Das war die Devise. Auf den Rängen die Mannschaft unterstützen, damit die ihren Teil erfüllt und mit Herz, Kampf und Leidenschaft die nötigen Punkte zum Ligaverbleib sammelt.
Und Mannschaft und Fans gaben alles. Auf der rechten Seite der Utsch-Tribüne bildete sich ein neuer Fanblock, der am Ende auch gut gefüllt war und mächtig Stimmung machte. Der berühmte Funken sprang dann auch aufs Spielfeld um.

Allein von der Einstellung her ist der Mannschaft absolut nichts vorzuwerfen. Gegenüber den letzten Partien, die verloren gingen, zeigte das Team nunmehr eine aufopferungsvolle Kampfleistung, die mit dem unbedingten Willen zum Sieg verbunden wurde. Tugenden, die Kräfte frei setzen. Zunächst aber mussten die Sportfreunde einen kleinen Rückschlag hinnehmen. Nach nur neun Minuten traf Nickenig - aber ins eigene Tor. Doch von dem "Schock" erholte sich Siegen recht schnell, offensive Akionen brachten immer wieder Gefahr in den gegnerischen Strafraum.

Auch weil die Fans trotz des Rückstand an ihre Mannschaft glaubten und sie weiter anfeuerten. Das ging auch an den Spielern nicht spurlos vorbei. Sie dankten es mit Toren. Zunächst staubte Bogusz nach einer Krebs-Ecke ab. Dann die schönste Spielszene der Partie: Nach einer schönen, flüssigen Kombination, kommt Okpala im Strafraum zum Schuss und trifft halbflach ins lange Eck. Grenzenloser Freudentaumel im Sportfreunde-Fanblock. So schnell konnte ein Spiel gedreht werden. Doch noch vor der Pause gab es Elfmeter für die Gäste, den Nagorny zum Ausgleich nutzte. Die zweite Hälfte war geprägt von der Gewissheit, dass Siegen gewinnen wollte und eigentlich auch musste, den Gästen aber ein Remis reichte und sie sich mit ihren Abwehrtürmen dagegen stemmten. Leider konnte Siegen nicht mehr so viel Offensiv-Wind wie in der ersten Halbzeit entfachen. So blieb es dann auch beim 2:2-Unentschieden. Ob es für die Sportfreunde ein gewonnener oder zwei verlorene Punkte bedeutet, wird sich am Ende zeigen, wenn abgerechnet wird. Unter Strich bleibt aber die Erkenntnis, dass Siegen sich mit dieser Leistung vom Freitagabend nicht hinter der Konkurrenz verstecken braucht. Das macht Mut. Gemeinsam zum Ziel.
Und damit unser Team in Aalen auch die optimale Unterstützung erhält, hier mal ein kleines Promotion-Video, mit einigen Eindrücken von der Stimmung und dem Spiel:



09 Mai 2007

Bericht vom Auswärtsspiel: Sportfreunde Siegen gehen gegen aufgestiegene Hoffenheimer unter

Am frühen Samstagmorgen ging es mit Verspätung um das berühmte akademische Viertel los in Richtung Hoffenheim. Ein weiteres Auswärtsspiel stand an, beim nach dem Spiel frisch gebackenen Aufsteiger in die zweite Liga. So standen auch die Vorzeichen für unserer Siegener Team nicht gerade gut, nach drei Niederlagen in Folge, einen Punkt in Hoffenheim zu landen. In erster Linie ging es uns Fans aber um eine schöne Auswärtsfahrt, die es ohnehin - trotz 0:4-Klatsche - war und wir wollten immerhin ein ordentliches Spiel unserer Mannschaft sehen. Doch daraus wurde im Endeffekt nichts.
Doch eins nach dem anderen. Mit bester Laune und topfit bestiegen wir also unseren PKW, schnell noch getankt, unsere Mitfahrer eingesammelt und schon waren wir auch auf der Autobahn. Mit peppiger Musik aus den Charts und einigen Party-Songs überwanden wir schnell die morgendliche Müdigkeit. So dass auch schnell die Party bei um im Wagen ging. Die Stimmung war bestens, die Anfahrt nach Hoffenheim problemlos und einfach. In zügigem Tempo erreichten wir auch frühezeitig unser Ziel. Wir konnten es uns sogar leisten ein paar mehr oder weniger nicht gerade kurzweilige Raststopps zu machen. Der ein oder andere hatte ja Bedürfnisse... ;)Die Hinfahrt also rundum gelungen, der Spaß stand im Vordergrund - keine Frage.

Angekommen in Hoffenheim hielten wir erstmal noch an einer Tankstelle im dem idyllischen Örtchen, direkt neben der Geschäftstelle der TSG. Ein bisschen Sprit für die Rückfahrt musste getankt werden. Während dieser kurzen Pause trafen wir unerwartet einige (verletzte) Spieler der Hoffenheimer, die schon siegessicher und gut gelaunt in ihre privaten Auto sprangen. Ihnen folgten wir dann hinauf zum Dietmar-Hopp-Stadion. Da der Parkplatz am Fuß des Berg war, mussten wir noch durch dem Wald zum Stadion hochlaufen. Das war zwar etwas mühselig, aber wie heißt es so schön: Der Berg ruft! Oben am Berg angekommen, die üblichen Kontrollen vor dem Stadioneinlass überwunden, ging es direkt in den Gästeblock. Als einer der ersten angekommenen Fans hatten wir freie Platzwahl. Auf dem Weg zum Block, dessen Dach noch nicht ganz fertig gestellt war (zum Glück regnete es nicht), begegnete uns noch ein Hoffenheimer Brezel-Verkäufer, der uns seine Leckereien gar aufzwingen wollte. Ob das Bush-Brezel waren, an denen der US-Präsident beinah erstickt wäre? Man weiß es nicht, als Testperson wollte sich auch keiner aufopfern. Nun denn.
Im Gästeblock vertrieben wir uns die Zeit bis zum Spiel mit ein paar Fachsimpeleien (siehe Video). Dann begrüßte uns auch noch das Maskottchen der Hoffenheimer, die sich schlichtweg Hoffe nannten. Hoffi, so hieß das Gegenstück zu unserem Magolves, stieß aber nicht gerade auf Gegenliebe bei den Fans. Das musste ein kleiner Zwerg als Kamera, dessen Apparat fast doppelt so groß war wie die eigene Körpergröße, natürlich prompt dokumentieren. Bilder sprechen ja mehr als tausend Worte - auch ohne Ton.

Schließlich kam dann auch unsere Mannschaft aufs Feld. Schon beim Aufwärmen herrschte bei uns Siegenern gute Stimmung. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Auch wenns eigentlich keine Hoffnung gibt in Hoffenheim. Welch' ein Wortspiel...
In der Mitte des Gästefanblock bildete sich ein schönes Knäuel an Siegener Fans, die allesamt zum Supporten willig waren. Da fast alle mitmachen, kam die Stimmung auch gut an. Die Song waren auch recht kreativ, so dass es auch nie langweilig wurde.
Apropos Langweilig: Kommen wir zum eigentlichen Spiel. Nach gutem Beginn, als die Sportfreunde noch einigermaßen gut in der Abwehr standen, stellte sich die bloße Ernüchterung im Fortlauf des Spiels ein. Nach einem haltbaren Freistoß ging Hoffenheim in Führung. Danach brachen bei den Siegenern alle Dämme. Die Mannschaft offenbarte Auflösungserscheinungen. Nach vorne ging sowieso rein gar nichts, im gesamten Spiel hatte Siegen nicht mal den Hauch einer guten Chance. Da freuten wir Fans uns schon, wenn zumindest ein Torschuss in Richtung des gegnerischen Gehäuses ging, wenn auch meilenweit drüber. Immerhin. Und die Abwehr schwamm immer mehr, denn Hoffenheim wollte im Aufschwung des sicheren Aufstiegs in die zweite Bundesliga noch ein Torfestival feiern. Das taten sich dann auch - mit tatkräfiger Unterstützung blamabeler und enttäuschender Siegener. Drei weitere Tore fing sich Siegen in der zweiten Halbzeit ein. Zudem noch ein Eigentor Islamoglus, der Co-Trainer wurde auf die Tribübe geschickt und Loose und sein Zeugwart haderten mit den aufgebrachten Fans, die ihrem Unmut mit "Wir haben die Schnauze voll" und anderen Sprechchören Luft machten. Auf vereinzelte, leise "Loose raus"-Ruf einiger Fans reagierte der Zeugwart mit dem Scheibenwischer. Eine etwas unschöne Aktion am Rande, der der Trainer auf der Pressekonferenz noch harsche Worte in Richtung der Fans folgen ließ (siehe Lokalpresse). Mit dem Spiel der Sportfreunde konnten wir Fans natürlich nicht zufrieden sein. Das waren die Spieler wohl selbst nicht. Doch die Stimmung im Block brach dennoch nicht ab. Abgesehen von einigen Unmutsbekundungen feierten wir einfach uns selbst. Oder mit den Hoffenheimern, die später reichlich Freibier ausschenkten - alkoholfrei natürlich. So konnte man unbedenklich mitfeiern. Ist doch auch mal was. Humor ist eben, wenn man trotzdem lacht, so nahmen wir die Gegentore auch eher mit Humor und jubelten einfach mit den Hoffenheimern. Etwas zynisch, aber in jedem Fall besser als schmollen. Interessant war übrigens auch das Polizeiaufgebot in Hoffenheim. Die "grünen Männchen" waren in großer Zahl anwesend und jederzeit mit dem Knüppel da, sobald jemand in die Nähe des Baustellenzauns, vor dem sich ein kleiner Graben auftat, kam. Etwas übertrieben, wir waren doch nur rund 150 allesamt friedliche Siegener. Mit dem Schlusspfiff stieg dann die vermeintliche Aufstiegsfeier der Hoffenheimer auf dem Rasen. Und wir Siegener konnten nur zusehen oder alkoholfreies Bier trinken. Da kam schon ein wenig Wehmut auf, denn solche Szenen erinnern logischerweise an den Juni 2005, als Siegen da stand, wo Hoffenheim jetzt ist. Und zur Zeit geht es eben nur Bergab in Siegen. Es wird mal wieder Zeit für positive Eindrücke. Keine Frage. Ohne Punkte fuhren wir nach Siegen zurück, während Hoffenheim feierte. Soll aber nicht heißen, dass wir nichts zu feiern hatten: Uns selbst! Denn immerhin hatten wir den langen Weg auf uns genommen. Spaß gemacht hat die Fahrt dennoch und wir sind auch demnächst wieder dabei!

Exklusives Video aus Hoffenheim: "Freibier alkoholfrei" - Der Kurz-Film

Einen kleinen Kurzfilm drehten wir (Fafi & The Kommissar) nach striktem Drehbuch beim Auswärtsspiel in Hoffenheim. Damit auch diese schöne Auswärtsfahrt - trotz derber Niederlage - in Erinnerung bleibt, gibts das Video jetzt auch online. Aber vorweg: Es ist nichts für schwache Nerven. Und: Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Aber gut, schaut es euch mal an...


30 April 2007

1:2-Niederlage für Siegen gegen Kassel

Bereits das dritte Spiel in Folge ging für die Sportfreunde Siegen verloren. Dabei sah es vor knapp 3000 Zuschauern gegen Hessen Kassel am vergangenen Samstag bei bestem Fußballwetter gar nicht mal so schlecht aus. Klar, die Minuskulisse sorgte nicht für die gewohnte Stimmung bei Freitagabendspielen, die Sonne knallte dirket auf die Fankurven und auch das Spiel versprach zunächst keine Abkühlung. Siegen zunächst nur pomadig, Kassel in Lauerstellung. Wirklich nennenswerte Chancen kamen in den ersten 15 Minuten nicht zustande. Obwohl die Sportfreunde-Kicker eigentlich im Gegensatz zum München-Spiel ganz ordentlich begannen. Nach 10 Minuten vergab der von Beginn an spielende Til Bettenstaedt frei vorm Torwart. Die vorerst beste Möglichkeit in einer eher mauen ersten Halbzeit. Dann gelang den Siegenern doch eine schöne Kombination. Die wurde auch prompt in die Führung umgewandelt. Christian Okpala traf zum ersten Mal aus dem Spiel heraus.

Nach dem Seitenwechsel wollten die Sportfreunde das Ergebnis wohl verwalten. Kassel, die rund 400 eigene Fans mit ins Leimbachstadion gebracht hatten, witterte seine Chance. Zunächst konnte aber Thomas Richter im Siegener Tor eine Großchance wenige Minuten nach Wiederanpfiff mit einer guten Parade vereiteln. Nach einem Freistoß vom Ex-Siegener Denis Berger rappelte es dann im Siegener Kasten. Zuvor hatte Trainer Loose einen Stürmer (Bettenstaedt) ausgewechselt und einen Defensiv-Mann (Vujevic) gebracht. Der Schuss ging nach hinten los. Denn Mitte der zweiten Halbzeit konnten die Gäste aus Hessen den zweiten Treffer markieren und drehten das Spiel. Die Bemühungen den Siegener in der Schlussviertelstunde blieben zumeist nur Stückwerk. Der Ausgleich wollte nicht mehr fallen. So gewannen cleverere Kasseler gegen müde Siegener, die keine Linie in ihr Spiel bringen konnten und damit nicht unverdient die Punkte auf den Weg nach Kassel schickten.

Unterm Strich erweist sich der Verein Sportfreunde Siegen immer mehr als einzige Baustelle. An allen Ecken und Kanten hapert es. Eine nunmehr löchrige Abwehr, ein kaum vorhandenes Mittelfeld und Stürmer, die in der Luft hängen beweise eindeutig: Diese Mannschaft ist keine Einheit. Das Wort "Mannschaft" erscheint vielen Anhängern gar als unangemessen. Da fehlt die Leidenschaft und der Zusammenhalt. Dass die Mannschaft kämpfen kann bewies sie bereits. Den Willen wollen wir gar nicht mal absprechen. Es läuft einfach nicht rund im Siegerland. Heißt aber im Gegenzug: Es muss sich einiges tun - und zwar schnell - einige Baustellen haben Eilauftrag. Die Planungen für die neue Saison laufen schleppend, und bis dahin muss eine schlagfertige Mannschaft stehen, die sich als Einheit erweist, will man die Qualifikation zur eingleisigen Regionalliga schaffen, was aber nicht heißt, dass die aktuelle Mannschaft keine Klasse besitzt. Sie können mehr.

Das können sie in Hoffenheim zeigen, wenn sie als krasser Aussenseiter gegen einen Aufstiegskandidaten antreten. Obwohl die Vorzeichen klar sein dürften, kann man dennoch auf eine (zumindest spielerische) Steigerung hoffen. Und dann wird auch diese Auswärtsfahrt ein schönes Erlebnis, das mit einer ordentlichen Leistung abgerundet werden kann.

16 April 2007

Sportfreunde gehen gegen Spitzenreiter Wehen unter - Rückkehr von Adnan Masic

Es war ein rabenschwarzer Freitag, der 13. für die Sportfreunde Siegen. Wir sind zwar alles andere als abergläubig, aber irgendwie passte das gut zusammen. Denn die Vorstellung, die die Sportfreunde gegen Regionalliga-Tabellenführer SV Wehen boten, war schon gespenstig. Rund 8000 Zuschauer fanden sich bei warmen Temperaturen im Leimbachstadion zu dem interessanten Spiel ein. Die Ausgangslage war klar: Wehen als Spitzenreiter wollte den Aufstieg in die Zweite Liga perfekt machen, Siegen als Tabellenvierter dem besten Team der Liga ein Bein stellen und seinen Platz festigen. Zusätzliches Kuriosum: Wehens Keeper Adnan Masic, der mit den Sportfreunden damals in die zweite Liga aufstieg und maßgeblichen Anteil daran hatte, kehrte zurück an seine alte Wirkungsstätte. Das allein ist nicht aufsehenerregend, doch viele Siegener Fans nahmen ihm den Wechsel ins Hessenland übel, was sich auch kund taten.
Aber zunächst mal zum Sportlichen: Schon früh ging der Favorit aus Wehen in Führung. Gerade mal vier Minuten waren gespielt, da zappelte der Ball schon im Siegener Netz. Die Sonne strahlte über dem Leimbachstadion, Keeper Thomas Richter verzichtete auf eine Kappe, sah den Ball nicht und stand zudem viel zu weit vor seinem Kasten. Eine Bogenlampe der Wehener konnte somit ungehindert ins Tor flattern. Ein Glückschuss, der durch einen klaren Torwart-Fehler tatkräftige Unterstützung erhielt. Das Spiel hatte also noch gar nicht angefangen, da mussten die Sportfreunde, die sich viel vorgenommen hatten, schon einem Rückstand hinterherlaufen.
Was danach in dieser ersten Halbzeit kam, war brotlose Kunst. Siegens Mittelfeld fand überhaupt nicht statt, die Stürmer Blessin und Okpala hangen in der Luft, blieben auch das gesamte Spiel über blass. Und auch die Abwehr ließ sich ohne Mr. Zuverlässig Daniel Bogusz (Grippe) davon anstecken. Vor allem Binder machte sein schlechtestes Saisonspiel, er allein ermöglichte den Gäste eine Vielzahl von Torchancen, die aber nicht genutzt wurden oder von Richter, auf Wiedergutmachung aus, vereitelt werden konnten. Folgerichtig durfte Binder dann auch noch vor der Halbzeit gehen. Nach der Halbzeit kam Wehen zu weiteren Chancen, das gut gestaffelte Team der Gäste war den Siegenern überlegen. Die versuchten zwar nach vorne zu preschen, blieben aber immer wieder in der engmaschigen Abwehr der Wehener hängen. So verlebte Torhüter Masic, der bei Abschlägen immer wieder einige Pfiffe und Sprechchöre gegen sich in Kauf nehmen musste, auch einen ruhigen Abend. Auf der anderen Seite gab es dann plötzlich Elfmeter. Ob der berechtigt war, darüber lässt sich streiten. Den verwandelten die Gäste sicher zum 2:0, das bis zu diesem Zeitpunkt allemal verdient war. Da die Wehener fortan weiterhin Chancen vergaben, half nun auch der Schiedsrichter mit. Einen noch fragwürdigen Elfmeter, den Islamoglu verursacht haben soll, gab es dann wenige Minuten nach dem zweiten Treffer. Die Zuschauer auf den Rängen verstanden die Welt nicht mehr, „Hoyzer“-Rufe machten die Runde. Mit drei Toren im Rückstand war das Spiel dann gelaufen. Doch die Siegener Kicker verspürten jetzt Wut im Bauch, wollten es noch mal wissen. Durch unnötige Fouls machten sie ihrem Frust Luft. Kurz vor Schluss wurden die Bemühungen den Ehrentreffer zu markieren belohnt. Masic ließ einen harmlosen Ball fallen, Okpala fiel durch einen Rempler auch. Elfmeter. Der dritte im Spiel. Krebs verwandelte, auch wenn Masic noch dran war. Kurz um: Die Sportfreunde waren an diesem Freitagabend desolat, hatten die Niederlage verdient. Wehen kann den Meistersekt schon mal kalt stellen.
Gut verhalten hatte sich indes Ex-Keeper Masic. Anders als in Wehen ließ er Provokationen der gegen ihn gestimmten Siegener Fans sein, feierte lieber mit seinen Teamkollegen, um später noch einige ihm positiv gesinnte Siegener Kollegen zu begrüßen. So blieb es am Ende friedlich, obwohl die Unmutsbekundungen der Siegener Fans in Richtung Masic, die auch einige Plakate mit der Aufschrift „50 Euro – Masic ist dabei“ oder „Masic, du Verräter“ beinhalteten, anderes vermuten ließen. Der unbestritten beste Torhüter der Regionalliga Süd steckte dies aber gut weg, zeigte sich davon unbeeindruckt. Er schloss sogar eine Rückkehr nach Siegen nicht aus. „Wenn mich einer von den Sportfreunden anruft, komme ich wieder nach Siegen“, meinte Masic nach dem Spiel. Nun kann man natürlich eine endlose Diskussion starten, ob Masic zurück kommen soll oder nicht. Fakt ist: Mit Richter haben die Sportfreunde einen ebenso guten Torwart, der derzeit die Nummer Eins ist. Eine Torwartdiskussion muss trotz seines Fauxpas nicht aufkommen. Weiterhin wird erst die Zukunft zeigen, welche Worte in Taten umgesetzt werden.
Noch einige Worte zur Stimmung im Stadion, die im Siegener Forum derzeit heiß diskutiert wird. Teile der Ost-Kurve nahmen beim Spiel gegen Wehen erstmals wieder auf der Tribüne Platz. Von dort aus wurde ebenso supportet wie auf der Ost-Kurve und Teilen der Gegengerade. Dies stellte durchaus eine Verbesserung des gesamten Supports im Stadion dar. In der Ost-Kurve wurde der Support durch die Rückkehr des ehemaligen Capos angeheizt, während man auf der Tribüne ebenso Gas gab. Es war zwar kein Dauersupport, aber vor allem in der zweiten Halbzeit war einiges zu hören. Ein Schritt nach vorne allemal. Und das die Fans trotz schlechtem Spiel und 1:3-Rückstand noch weiter das Team unterstützen und gar eine „Humba“, sich damit quasi selbst feiern, verdient einigen Respekt. Denn sie waren die großen Verlierer des Abends.

09 April 2007

On Tour 2007: Stuttgarter Kickers – SF Siegen 0:3

Einen grandiosen Auswärtssieg im Stuttgarter Degerloch feierten die Sportfreunde Siegen am Gründonnerstag gegen die Stuttgarter Kickers. Dieser war für die rund 80 mitgereisten Fans verbunden mit einer noch mal schönen Auswärtsfahrt. So setzen auch wir uns um kurz nach 13:30 Uhr von Siegen-Eiserfeld aus in Richtung Stuttgart-Degerloch in Bewegung. In unserem geräumigen Ford war genügend Platz und die Fahrt ging auch recht zügig voran. Wir bretterten also von der A 45 am Gambacher Kreuz auf die A5 Richtung Karlsruhe. Kurz hinterm dem Darmstädter Kreuz hatten wir nach etwas mehr als einer Stunde die Hälfte der Strecke schon bewältigt. Zeit genug also eine Rast zu machen. Diese dauerte aber auch nicht sehr lange, so dass wir das Hessenland schon bald wieder verließen. Am Autobahndreieck Karlsruhe ging es rüber auf die A8 nach Stuttgart. Dort stockte der Verkehr erstmals ein wenig. Grund dafür war eine Reihe von Baustellen, die sich teilweise über zwei Kilometer hinzogen. Die Baden-Württemberger sind wohl mit einer Großsanierung ihrer Autobahn beschäftigt. Ganz zum Stehen kamen wir aber auch nie, somit rollten wir immer noch unentwegt auf Stuttgart zu. Um circa 17.15 Uhr erreichten wir dann Stuttgart-Degerloch. Auf der knapp dreistündigen Fahrt wurde es nie langweilig. Gute Musik und ein paar Witzchen sorgten für eine gute Einstimmung auf den Auswärtskick. Da machten uns auch die 20 km/h, die wir im Baustellenbereich teilweise fahren mussten, nichts aus. Denn dabei erfanden wir eine ganze neue Interpretation von „We Will Rock You“ und „We Are The Champions“ der Band Queen….

Nun gut, waren wir also fast zwei Stunden vor dem Spiel im Stuttgarter Degerloch. Das Stadion war gut ausgeschildert, Parkplätze konnten auch sofort gefunden werden. Beim Einmarsch im Degerloch wurden wir schon freudig von ein paar Siegener Fans begrüßt, die noch früher da waren als wir. Nachdem wir noch was gefuttert hatten, standen wir also vor dem besagten Gazi-Stadion (sprich Gasi). Wir entschlossen uns also für einen kleinen Rundgang. Nachdem wir festgestellt hatten, dass die Stuttgarter Kickers anders als unsere Sportfreunde ein eigenes Rasen-Trainingsgelände direkt neben dem Stadion haben, machten wir noch einen ganz anderen Fund: Neben dem Trainingsplatz stand eine Reihe verrosteter zylinderartiger Blechbüchsen. Da muss die Frage doch schon erlaubt sein, ob Kickers-Hauptsponsor Gazi (sprich immer noch Gasi) nicht irgendwas mit Giftgas zu schaffen hat. Auch wenn die im Stadionheftchen mit türkischem Ayran werben. Sei es dahin gestellt. Nach einem Besuch beim Fernsehturm des SWR, auch nicht unweit des Stadions, machten wir uns wieder zurück zu selbigem. Das Bungee-Springen vom Turm haben wir dann doch gelassen. Auf dem Weg zurück zum Stadion-Parkplatz nutzten wir noch die Gelegenheit neue Fankontakte mit den Stuttgarter Kickers zu knüpfen. Man muss ja auch mal auf die gegnerischen Fans zugehen und neue Fanfreundschaften knüpfen. Der überaus sympathische Schwabe saß mutterseelenallein auf einer Bank, hatte wohl auch alle Zeit der Welt im Gepäck. Also gesellten wir uns mal eine Weile dazu und unterhielten uns mit dem Kickers-Fan. Der erzählte uns wie schwach die Kickers zuletzt gegen Hessen Kassel (sprich Hesche Kaschel) spielten. Keine Ahnung warum, aber bei Hessen Kassel verstanden wir zuerst nur irgendwas mit „Käsebrot“. Das hatten wir natürlich nicht mehr übrig, also wechselten wir schnell das Thema auf das anstehende Spiel gegen die Sportfreunde. Dabei kamen natürlich auch nicht umhin über die Vergangenheit des Siegeners Okpala bei den Kickers zu sprechen. Den Rauswurf nach der Furz-Affäre hielt unser neuer Kickers-Freund gerechtfertigt. Schließlich wünschten wir uns gegenseitig ein gutes Spiel, wobei der Kickers-Fan insgeheim auf ein 6:6-Unentschieden hoffte. Spannend wär’ das ja gewesen…

Aber es kam natürlich alles ganz anders. Im positiven Sinne. Nach einigen Start-Schwierigkeiten, Stuttgart traf nach wenigen Minuten bereits die Latte, kamen die Sportfreunde besser ins Spiel. Dann, etwas mehr als die Hälfte der ersten Halbzeit war gespielt, ein Freistoß. Gaetan Krebs am Ball. Viermal in die Hände geklascht. Tor. Zufall oder doch Magie? Der Ball jedenfalls im Netz. Die Siegener führten 1:0 in Stuttgart. Der Schuss von Krebs gekonnt, unhaltbar. Ein paar Minuten später ein ähnliches Szenario. Eckball. Wieder viermal geklatscht. Der Ball kommt zurück zu Krebs. Tor. Der Schall des Klatschens muss man bis zur Eckfahne gehört haben, denn Krebs traf erneut unhaltbar in den Winkel, da sag’ noch mal einer der Funke würde nicht aus der Kurve aufs Feld überspringen. Aber auch umgekehrt. Die 2:0-Pausenführung beflügelte jetzt die Sportfreunde-Fans. „Auswärtssieg, Auswärtssieg“ skandierten sie. Nach einer kleinen Stärkung in der Halbzeit (man musste das Stadion verlassen und zu einer in der Nähe gelegenen Imbiss-Bude zu gehen, um verpflegt zu werden), sahen wir eine mäßigere zweite Halbzeit. Dennoch hatten die Siegener Chancen. So fiel dann auch noch das nicht unverdiente 3:0. Rundum Zufriedenheit und Feierstimmung machte sich breit. Die Welle mit den Spielern gab es noch zum Abschluss der sehr gelungenen Auswärtsfahrt. Schon bald setzten wir uns wieder ins Auto und fuhren zurück ins Siegerland. Da durfte auch der Sportfreunde-Song an Bord nicht fehlen. Die Straßen waren frei, wir konnten unentwegt nach Hause rasen. Ein Zwischenstopp bei einem Burger King war da auch noch drin. Um kurz nach halb Eins waren wir dann zurück im Siegerland. Drei Punkte hatten wir im Gepäck, wie viele Experten ja immer zu sagen pflegen, die lieferten wir auch direkt im Leimbachtal ab. Danach wurden die drei Punkte noch ein wenig gefeiert…

Damit die schöne Auswärtsfahrt nicht in Vergessenheit gerät, haben wir hier ein umfangreiches Video erstellt, das die Fahrt noch mal dokumentiert:



Am Rande des Spiels:
Hier noch einmal ein paar Anekdoten, die wir am Rande des Spiels aufgegriffen haben.
* Ein Siegener Fan, der von uns liebevoll „Dicker Markus“ genannt wurde, erfreute uns mit seinen wuchtigen Kommentaren zum Spiel, die allesamt mit „fffffollidiot“ (heißt Vollidiot) endeten oder gar damit anfingen.
* Ein weiterer Siegener Fan schwenkte ununterbrochen seine wohl selbst gebastelte SFS-Fahne. Nach dem 3:0 gar so euphorisch, dass der kurzerhand auf einen Wellenbrecher kletterte, von dem er runterrutschte, sich noch mal drehte und dann auf die Stufen knallte. Passiert ist aber nichts.
* Die Stuttgarter sind ja ein nettes Völkchen. Wir kommen bestimmt wieder, bis dahin lernen wir das auch mit dem „sch“. Aber erstmal müssen wir nach Hoffe’heim und Hesche Kaschel.
* Es macht wahnsinnig Spaß auf der Autobahn durch das Beifahrer-Fenster die anderen Autofahrer zu beobachten. Und wenn die auch gucken, grüßt man halt mal…
* Eine Fragen sind noch offen geblieben: Wieso schmeckt Burger King besser als McDonalds? Was hat Gazi mit den Behältern zu tun? Warum heißt es im Sportfreunde-Lied „Hand in Hand“ echte Freunde gehen zelten und nicht ins Stadion?

26 März 2007

Musik-Clip aus dem Leimbachtal: Junge, Junge!

Das war ja wieder ein Grottenkick der Sportfreunde Siegen am letzten Freitag gegen Pirmasens, gegen den Tabellenvorletzten nur ein 1:1. Dass man bei so einem Spiel und eisigen Temperaturen dennoch Spaß haben kann, wenn man den unzufriedenen Zuschauern lauscht, zeigen die o-ton-Leckerbissen, die wir (Tauli und der Kommissar vom Fanclub Egoisten Siegerland)eingefangen haben. Damit es nicht so trocken ist, haben wir durch den Beat von DJ Ibo das Ganze mit ein wenig Musik untermalt. Herausgekommen ist ein schöner Musik-Clip.
Und hier ist er: Der Ultimative Smash Hit von der Siegener Gegengerade im Leimbachtal. DJ Ibo feat. Gegengerade mit dem Song "Junge, Junge (ne, ne, ne)".



Sooo, und jetzt hoffen wir, dass es bald die ganze Gegengerade singt. ;)

02 März 2007

On Tour 2007 - Pfullendorf

Die Saison hat wieder begonnen! Zum ersten Pflichtspiel der Sportfreunde Siegen im neuen Jahr ging es in den Süden Deutschlands, Pfullendorf - am Ufer des Bodensees. Die fast fünfstündige Fahrt nach Baden-Würtemberg erforderte so einige Strapazen für die rund 80 mitgereisten Siegener Fans, die teils mit Bussen und teils mit privaten Kraftfahrzeugen angereist waren.

Am frühen Samstag Morgen bestiegen wir das Auto, nachdem getankt worden war ging es gegen acht Uhr morgens ab in Richtung Pfullendorf. Die Hinfahrt gestaltete sich recht problemlos, was die Fahrt anbetrifft, nur ein kleiner Stau stoppte ein wenig, ansonsten rollten wir unentwegt dem Auswärtsspiel entgegen. Zu Kämpfen hatte man nur mit der Müdigkeit, die das ein oder andere Mal siegte.



In Pfullendorf angekommen, hatten wir einige Mühen das Stadion, die Alno-Arena, in dem kleinen Ort zu finden. Doch die Pfullendorfer sind sehr nette Menschen, so dass wir gleich Hilfe bekamen und prompt das kleine Stadion fanden. Die ebenfalls freundlichen Ordner ließen uns auch gleich rein. Nachdem die erste rote Wurst mit Brötchen verspeist war, liefen auch schon die beiden Mannschaften zum Warm-up auf.

Die erste Halbzeit hatte wenig Höhepunkte zu bieten. Einige Chancen ergaben sich auf beiden Seiten, wobei man schon merkte, dass Siegen die etwas bessere Mannschaft war, aber keine spielerischen Mittel fand, dies in Toren auszudrücken. Die Chancen allesamt waren nicht zwingend, die Anspiele zu ungenau und die Mannschaftsteile harmonieren nicht wie gewünscht. So blieb es erstmal bei der Nullnummer zur Pause.
In dieser gönnte man sich noch etwas zu Essen, ehe der Regen, pardon der Sturm, einsetzte. Binnen weniger Sekunden waren wir von oben bis unten klatschnass. Kein schönes Gefühl, wenn auch noch eiskalte Sturmböen ins Gesicht knallen. Nun denn, es wurde kalt und nass in Pfullendorf.

Umso mehr konnte man sich aber etwas an dem erwärmen, was auf dem Platz geschah, denn nur wenige Minuten nach Wiederanpfiff gingen die Sportfreunde in Führung. Blessin hatte getroffen. Hoffnungen auf einen Auswärtssieg zu Beginn der Rückrunde wurden wach und ließen den Regen zumindest etwas vergessen. Doch schon bald musste man als Fan mitansehen, wie die Pfullendorfer sich gegen die drohende Niederlage wehrten, Siegen sich aufs Verteidigen beschränkte und viel zu viele Standartsituationen (vornehmlich Ecken) produzierte. Die knappe Führung konnte nicht über die Zeit gebracht werden. Nach einer der vielen Eckbälle fiel der Ausgleich. Im weiteren Spielverlauf egalisierten sich beide Teams. Das Remis war am Ende gerecht. Obwohl beide Mannschaften gewinnen wollten. Positive Ansätze konnten wir Siegener dennoch auf die lange Rückfahrt mitnehmen.

15 Februar 2007

Leimbachstadion bleibt Heimat der Sportfreunde

Zum wiederholten Mal hatten die Sportfreunde Siegen in Zusammenarbeit mit dem Fanprojekt zu einem Treffen zwischen Vertretern des Vereins und den Fans geladen.
Rede und Antwort standen den Anhängern Cheftrainer Ralf Loose, Vorstandsvorsitzender Christoph Hansen, sowie die Spieler Nassim Banouas, David Ulm und Björn Weikl.
Im Vordergrund stand zunächst das Sportliche. Hier gab Ralf Loose einen Einblick in die Verletztenliste. „Die Langzeitverletzten Marco Laaser und Zdenek Kroca werden voraussichtlich nicht mehr fit werden“ , so der Coach. Aber auch hinter den Einsätzen von Tobias Nickenig und Alexander Blessin steht im Hinblick auf das Pokalspiel noch ein großes Fragezeichen. Letzterer muss sich wohl einer Blinddarmoperation unterziehen.
Einen Ausblick auf die neue Saison, in der man sich ja bekanntlich für die eingleisige dritte Liga qualifizieren muss, gaben sowohl Loose als auch Christoph Hansen. Die Planungen seien bereits am Laufen und man werde sich gezielt mit jungen Spielern verstärken. Zudem sei man zur Zeit dabei, den Sponsorenpool zu erweitern, ohne dabei bereits vorhandene Sponsoren zu verlieren.
Nichts Neues gibt es in Sachen Siegen-Arena. „Nur so viel, das Leimbachstadion wird uns erhalten bleiben. Ob als Trainingsgelände oder in welcher Form auch immer, das wird man abwarten müssen“ , versicherte Hansen. „Außerdem hat die Stadt Siegen angekündigt, dass der Kunstrasenplatz innerhalb der nächsten zwei Jahre erneuert werden soll“ , so der Vorstandsvorsitzende weiter.
Über die Fans wurde natürlich auch gesprochen. Hier fordern sowohl die Verantwortlichen als auch die Spieler mehr Unterstützung von den Rängen, auch dann, wenn es mal nicht so gut laufe. Die Fans müssen als zwölfter Mann hinter der Mannschaft stehen.

Von Jule Hoffmann

02 November 2006

Siegen - Hoffenheim 1:2

Gegen Hoffenheim haben die Siegener schon lange nicht mehr gewonnen, das sollte auch erstmal so bleiben. Nach einer schön herausgespielten 1:0-Führung zur Pause und einigen guten Gelegenheiten diese auszubauen in der zweiten Halbzeit, drehten die Hoffenheimer, die vor allem in der zweiten Halbzeit viel Druck auf das Siegener Tor entwickelten, in den letzten zehn Minuten noch das Blatt. Loose nahm die schnellen Offensiv-Kräfte Heller und Krebs raus, brachte zwei weitere Abwehrspieler mit Dama und Kroca. Ein Trugschluss, der die Punkte kostete.

Die Geschichte vom Spiel ist also schnell erzählt, Hoffenheim gewann verdient, aber glücklich. Siegen im Pech, nach einer eigentlich ganz ordentlichen Vorstellung. Nun denn, es muss weiter gehen.

Ein paar Szenen vom Spiel gibts im nachfolgenden Video-Clip zu sehen. Zwar sieht man keine Tore, aber ein paar Szenen, die symbolisch für das gesamte Spiel sind. Dazu wurde der Clip durch ein paar interessante Kommentare einiger Experten auf der Gegengerade gewürzt. Man beachte die erste Szene, die ganz klar und schonungslos die Hoffenheimer Schwächen zeigt...



... aber auch die Siegener Schwächen werden bei Fehlpässen von den Co-Trainern auf der Gegengerade des Leimbachstadion quittiert. Und wenn dann noch festgestellt wird: "Wir haben einen Torwart!", dann darf sich nur Keeper Thomas Richter, der glänzend hielt, mit diesem Lob schmücken. Tja, so ist das im Leimbachstadion an einem Sonntag Nachmittag.

04 Oktober 2006

On Tour - Wehen 06/07

Mit mehr als 2000 Fans in Wehen war es das bislang auswärtsstärkste Match der Sportfreunde Siegen in dieser Saison - was die Fans angeht. Doch dass die Mannschaft bei der unglücklichen 1:2-Niederlage nur schlecht gespielt hat, kann man auch nicht behaupten. Nun gut, die erste Halbzeit wurde komplett verschlafen. Chancen auf Seiten der Siegener waren Mangelware. Dabei hatte man sich doch vorgenommen dem Ex-Siegener Torwart Adnan Masic, der nach wie vor im Fokus des Wettskandals steht und beschuldigt wird das Zweitligaspiel in Rostock vergangene Saison manipuliert zu haben, ein paar Bälle ins Netz zu hauen.



Doch der machte einen sicheren Eindruck, auch weil seine Ex-Kollegen zunächst harmlos waren. Stattdessen hatte Masic das Grinsen im Gesicht, als Wehen plötzlich 1:0 führte. Siegener Gegenwehr gab es zunächst nicht. So fiel auch vor der Halbzeit noch das 2:0 für die Wehener. Die Siegener Fans waren alles andere als frohen Mutes, was die zweite Halbzeit anging. Doch da zeigten sich die Siegner wie ausgewechselt. Plötzlich erarbeitete man sich Chancen, übernahm die Kontrolle über das Spiel.




Doch die Fahrlässigkeit vor dem gegnerischen Tor sorgte dafür, dass nur noch ein Treffer fiel. Heller markierte den Anschlusstreffer, hätte aber mindestens noch zwei weitere Tore schießen müssen. So konnte sich Wehen mit Masic im Tor über einen glücklichen Sieg freuen.




Die Stimmung im Siegener Block war dennoch bestens, wie auch diese kleinen Videos zeigen. Einen solchen Support hatte es auswärts schon lange nicht mehr gegeben. Ein dickes Lob daher an alle mitgereisten Siegener Fans. Das war klasse und hat sehr viel Spaß gemacht - trotz der Niederlage.



Nach dem Schlusspfiff gab es dann noch ein paar unschöne Szenen. Masic ließ sich von den Pfiffen und Sprechchören der Siegener provozieren und provozierte zurück. Mit seinem schelmhaften Grinsen im Gesicht ging er unmittelbar nach dem Schlusspfiff zum Siegener Block, klatschte ab und feierte sich selbst. Klar, dass die Siegener Fans da auf die Barrikaden gingen. Der Zaun wurde stark in Mitleidenschaft gezogen, zahlreiche Becher flogen. Eine Frau schaffte es gar auf den Platz und ohrfeigte den Keeper, der sich aber wehrte. Der Ordungsdienst wollte die Siegenerin gerade abschleppen, da entschäfte Siegens Kapitän Peter Nemeth die Situation, brachte die Frau zurück in den Block, stieg auf den Zaun und stimmte eine Humba an, die die Siegener von Masic ablenkten. Trotz aller Provokation ein schönes Ende.



Dieses kleine Video zeigt die Tumulte nach dem Spiel, ganz zum Schluss des Videos sieht man die Frau anschleichen, die wenig später Masic ohrfeigen wird.

28 September 2006

Das Wort der Woche: Multifunktions-Arena

Am Anfang dieser Woche flatterte folgende Meldung in der Tageszeitung ins Haus:

Im Siegerland soll eine neue Fußball- und Kulturarena entstehen: Ein Heim für die Sportfreunde mit 20 000 Plätzen und Veranstaltungsort für Musik und Kultur für die ganz große Kulisse. Gestern stellte eine Gruppe um den Siegener Unternehmer und Sportfreunde-Ehrenpräsidenten Manfred Utsch die Pläne für eine Arena mit multifunktionalen Nutzungsmöglichkeiten vor. In dem Komplex sollen sowohl sportliche Höhepunkte stattfinden - auch jenseits des Fußballs - als auch Kongresse, Rock-Konzerte, klassische Konzerte bis hin zu Kirchentagen. Ergänzend nannte Architekt Christ eine Reihe von Nebenprojekten, mit denen die Rendite erwirtschaftet werden könne, die ein Investor für sein Kapital erwarte. Dazu zählt ein 150-Betten-Hotel ebenso wie ein Kongresszentrum, ein Wellness-Zentrum, Casino, Diskothek, Läden und ein "Erlebnismuseum" mit ganz neuem Ansatz. Zudem soll das Projekt auch optisch ein Hingucker werden. "Es muss ein Kracher her", forderte Manfred Utsch. [...]Ein Standort für das Projekt steht noch nicht fest. Aus den bisherigen Vorschlägen haben sich aber drei mögliche Standorte herauskristallisiert. Die neue Arena könnte danach im Leimbachtal an der Stelle des heutigen Stadions entstehen, im Gewerbegebiet Wilnsdorf im Umfeld des neuen Autohofes und in einem 25 Hektar großen Gebiet auf der Freudenberger Wilhelmshöhe, das bereits vor Jahren als Standort für ein interkommunales Gewerbegebiet im Gespräch war. (Quelle: Westfalenpost 25.09.2006)



Nun denn, wie viele andere Vereine soll auch Siegen jetzt eine moderne Arena bekommen. Das Wörtchen multifunktional lässt auf Verhältnisse wie Auf Schalke schließen - im kleineren Stil halt. In der Fanszene gibt es viele Für und Wider für diese so genannte Multifunktionsarena. Zum einen kann man es positiv sehen: Wir gehen mit der Zeit. Wenn man einen "Kracher" fordert, dann ist es diese Multifunktions-Arena, wo auch immer sie stehen mag, in jedem Fall. Es ist halt schon etwas Besonderes. Und sicherlich würde es auch der Region gut tun. Ein Aufschwung - vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht - könnte möglich werden. Die Kehrseite ist ein Bruch mit der Tradition. Das gute alte Leimbachstadion, das gerade erst renoviert wurde und einen guten Eindruck macht, wird in den Hintergrund treten. Manch einer will es gar abreißen, um die Multifunktions-Arena nach Siegen zu holen. Die Sportfreunde würden dann in Olpe spielen. Naja, erstens kann man diese Strapazen den Fans nicht wirklich zu muten. Zweitens würde ein Abriss gar auch den Abriss eines guten Stücks Geschichte und Erinnerungen bedeuten. Also: Rettet das Leimbachstadion. Wo die Multifunktions-Arena, das Wort hat es irgendwie in sich, nun gebaut wird, darüber rätselt man noch. Doch wo auch immer sie nun stehen soll: Man erspare uns doch bitte ein solches Zähen und Ringen wie es das einst in Paderborn beim Baustart der Paragon-Arena gegeben hat. Dort wurde plötzlich die Baugenehmigung entzogen. Will man die Multifunktions-Arena zum Beispiel an der Kalten Eiche (Richtung Eisern) errichten, so könnte es auch hier Stress mit einige Leute geben, die jetzt schon mobil machen. Natürlich befürwortet man als Siegener den Standort Siegen. Doch gilt es zunächst einmal mögliche Risiken mit den Vorteilen abzuwägen. Und letztlich hat auch der englische Investor mehr als ein Wörtchen mitzureden. Machen wir das Beste daraus - aus der Multifunktions-Arena in Siegen.

27 September 2006

On Tour - Pirmasens 06/07

Das beste Auswärtsspiel zeigten die Sportfreunde Siegen in Pirmasens. Man gewann 3:0. Nach einer matten ersten Halbzeit beider Teams kamen die Sportfreunde in der zweiten Halbzeit besser ins Spiel, nahmen das Heft endlich in die Hand und spielten schönes Offensiv-Fußball. Die Fans freuten sich nicht nur über den ersten Auswärtssieg der Saison, sonder auch über eine klasse Vorstellung in der zweiten Halbzeit. Ein weiteres Highlight: Torjäger Til Bettenstaedt, der vier Spiele lang nicht gut aussah, traf doppelt. Da war die Freude der vielen mitgereisten Fans umso größer. So bleibt zu dem Spiel ansich nicht viel zu sagen. Es passte einfach alles - in der zweiten Hälfte vor allem. Angereist waren wir zu diesem Match mit einen großen Bus. Der wurde organisiert von dem Fanclub Kreuztal. Nunja, den Freitag vor dem Spieltag hatte ich mit den Kollegen etwas zu viel gefeiert und auch noch durchgemacht. Nachdem in einer Siegener Discothek zunächst etwas das Tanzbein geschwungen wurde, ging es noch in eine Siegener Kneipe, wo dann an der Theke - über Kopfhörer vom Mp3-Player - noch etwas gesungen wurde. Erst tanzen und dann trällern. Und das vor einem Auswärtsspiel. Kein Wunder, dass ich dann spät nachts nach Hause gekommen nicht mehr schlafen konnte. Also hab ich quasi durchgemacht und bin mit den Kollegen dann früh um 8.15 in den Bus gestiegen.



Dort herrschte - nach ein paar Kaffee - allgemeine Müdigkeit bei uns, die mit der Zeit aber verging und das ein oder andere Späßchen nicht auf sich warten ließ. So wurde es trotz Müdigkeit doch noch ganz witzig, auf der Hinfahrt. Die Musik im Bus passte nicht so ganz zu dem, was wir tags zuvor gehört hatten und wozu wir gefeiert hatte, daher konnten wir damit auch wenig anfangen. Aber ich hatte ja noch meinen Mp3-Player. ;) Ein, zwei kürzere oder längere Pausen gab es auf dem Weg nach Pirmasens, die Autobahnen waren frei, so dass wir recht zügig und völlig im Zeitplan ankamen. So waren wir schon gegen Mittag am Stadion angekommen. Sagenhafte zwei Stunden blieben uns also noch bis Anpfiff. So machten wir uns erstmal auf zum Mittagessen bei einem bekannten Restaurant mit dem großen, gelben M. Dahin war es zwar ein längerer Fußmarsch, aber das nahmen wir gerne in Kauf. Mitgeschleppt hatten wir noch einen etwas angetrunkenen Typ aus dem Kreuztaler Bus, den wir persönlich nicht kannte, aber der uns den Weg zum MC etwas unterhaltsamer gestaltet. Nach dem der Hunger gestillt war, machten wir noch einen kleinen Stopp zum Getränkemarkt, wo noch ein frisches Cab geholt und dann davor getrunken wurde. Und schon gab es wieder was zu lachen: Ein Versuch eine Zigarette zu drehen scheiterte zwar nicht, das Resultat sah aber mehr nach einem dicken Joint aus, was es - das wollen wir hier ausdrücklich betonen - nicht war. Nun denn, das Zeug musste trotzdem geraucht werden. Die Passanten, die in den Getränkehandel strömten, fanden es komisch. Vorwurfsvolle Blicke. Naja wir fanden es lustig und hatten unseren Spaß. Schließlich wanderten wir zurück zum Stadion, wo wir dann den Gäste-Block aufsuchten. Das Spiel wurde von einer allgemein guten Stimmung begleitet. Voller Euphorie ging es danach wieder in den Bus. Auf der Rückfahrt überwog die Müdigkeit vom Tag davor dann doch, so dass wir froh waren, gegen 21 Uhr in Siegen angekommen zu sein und unsere Schlafgemächer aufsuchen zu können. Gute Nacht.

On Tour - Saarbrücken 06/07

Das dritte Auswärtsspiel dieser Saison bestritten die Sportfreunde Siegen in Saarbrücken. Die ersten Auswärtspunkte mussten her. Und sie kamen auch. Das Spiel war nicht sonderlich berauschend, auch wenn unser Team zum ersten Mal auswärts eine ganz akzeptabele Leistung zeigte und verdient einen Punkt mitgenommen hatte. Es hätten aber auch drei werden können. Da war man aber selber Schuld. Ein Eigentor verhalf den Saarbrückern zum Führungstreffer. Aber langsam: Zunächst gab es Elfmeter für die Gastgeber aus dem Saarland. Alle hatten sich schon mit dem Rückstand und einer möglicherweise weiteren Niederlage abgefunden. Doch Keeper Thomas Richter blieb cool, lenkte den nicht schlecht geschossenen Elfer an die Latte ab. Doch Pech im Glück (sonst heißt es ja immer andersrum), Verteidiger Cem Islamoglu will klären, befördert den Ball aber in unnachahmlicherweise ins eigene Netz. Etwa so:



Da war der Keeper sauer. Naja. Doch die Sportfreunde gaben sich nicht auf, kämpfen in dieser zweiten Halbzeit weiter, angefeuert von viele Siegenern, die mitgereist waren. Und das lange Hoffen, Bangen und Mitfiebern sollte sich gelohnt haben: Er fiel doch noch, der mehr als verdiente Ausgleich. In der Schlussphase lief das Spiel der Siegener dann endlich zusammen, so dass gar noch der Siegtreffer in Frage kam. Der fiel dann aber nicht mehr, es wäre vielleicht auch zuviel des Guten gewesen. So war das Remis für die Siegener ok, für Saarbrücken aber etwas glücklich, wenn man das so sagen darf. Fazit: Wir waren zufrieden mit dem Punkt.

Angereist waren wir nach Saarbrücken mit einem eigenen Egoisten Siegerland Neun-Mann Bus von Volkswagen. Gemietet bei Europcar. Die Insassen: Carsten Lück, Dennis Jeuck, Sascha Stark und die Ex-Verschwörer Dennis und Daniel, die wir ausnahmsweise mal mitgenommen hatten ;). Der Fahrer: Marko Dickel. Er machte seine Sache mehr als ordentlich. Und der Reiseführer: Der Kommissar a.k.a. Jürgen K. Ist aber auch nur Nebensache. Die Stimmung im Bus war natürlich aufgrund der zuvor genannten Besetzung mehr als gut - von Anfang an. Die Musik dröhnte nur so aus den stark beanspruchten Lautsprechern des modernen Gefährts. Etwas Pils hatten wir natürlich auch an Bord. Und so ging es los in Richtung Saarbrücken. Den Fahrplan hatten wir natürlich vorbildlich vorher schon ausgedruckt. Da einige Insassen das schöne leckere Krombacher Pils nicht behagte, hielten wir erstmal noch bei einem Getränkemarkt unterwegs, wo sie sich schäbiges, ungesundes Mixery-Zeug holten. Wem's schmeckt. ;)



Dann ging es endlich unentwegt weiter. Keine Vorkommnisse, wir kamen zügig voran. Bis der erste Stau auch nicht lange auf sich warten ließ. Kein Problem, wir waren ja gut in der Zeit. Einziges Manko: Die Blase drückte. So entschied sich ein Großteil des Busses rauszuspringen und am Rande der Autobahn ihr Geschäft zu verrichten. Völlig erleichtert saß man wieder im Bus - und siehe da: Es ging weiter. Nach dem Stau dann aber allgemeine Verwunderung: Sind wir auf dem richtigen Weg? Wir glaubten es. Waren wir aber nicht. Eine Ausfahrt, und das war genau unsere, hatten wir wegen einem etwas unnötigen weiteren Stopp verpasst. Da hat wohl einer nicht richtig aufgepasst :P .
Zum Glück hatten wir aber ein Navigationssystem an Bord, das uns schnell weiterhalf. Auch wenn wir erstmal herausfinden mussten, wie es funktioniert. Dank der großen Fahrsicherhiet und Fahrschnelligkeit unseres Steuermanns kamen wir dann doch noch einigermaßen pünktlich in Saarbrücken an, nachdem wir verzweifelt nach dem Stadion gesucht hatten. Eine kleine Odysee war das schon. Da waren dann auch die Ordner in Saarbrücken recht freundlich und passten sogar auf unseren Wagen auf. Im Stadion wurde dann erstmal ne leckere Bratwurst getilgt. Zurück kamen wir dann mit weniger Problemen, aber dafür noch mehr Spaß. Die Party ging ab. Und ein Song wurde zum Hit der Fahrt erkoren, weil er immer öfter gespielt wurde und die besagten Insassen lauthals mitsangen: Blondie - Maria. In Siegen angekommen, ging es dann noch durch diverse Siegener Gastronomien, wo die schöne Auswärtsfahrt abgerundet und der gewonnene Punkt gefeiert wurde.

Eine lustige Auswärtsfahrt (Videos)

Immer wieder wird man gefragt, was an Auswärtsfahrten so interessant ist. Ganz einfach: Selbst bei Niederlagen hat man ne Menge Spaß. Das beweisen auch die folgenden kleinen Clips (leider nicht in sehr guter Qualität, gedreht auf der Zug-Rückfahrt von Darmstadt nach Siegen. Obwohl wir grade eine Niederlage erlitten, waren wir bester Laune. Woran das wohl lag?!

Etwas müde, manch einer hat sogar durchgemacht, und gefrustet saßen wir also im Zug Richtung Siegen. Bis eine Gruppe älterer Herrschaften sich auf die Sitze gegenüber uns pflanzen. Die hatten grade eine Apfelwein-Tour hinter sich, daher zu jedem Spaß bereit. Wer da noch behauptet alte Leute seien langweilig. Soweit die Ausgangslage.

Nun setzt sich also ein Siegener neben diese "Alten" und einer macht dabei ein ganz besonderes Geständnis:



So, so. "Du bist nicht mein Typ!". Kein Wunder, dass unser Kollege den Platz schnell verlassen hatte - bei diesem Bekenntnis zum anderen Ufer des alten Mannes. Doch unser Kollege hatte schnell eine andere Beschäftigung gefunden. Small Talk mit einem ausländischen Fahrgast. Leider haperte es etwas mit dem Englisch...



Er lässt auch nicht locker. Zwischendurch mal wieder ein Schwenk zu unseren Alten, während Kollege Kretzer durchs Bild hüpft...



Und weiter gehts. Kollege Carsten Lück im Gespräch mit dem alten Herren und drüben wird weiter Deutsch und Englisch vermischt. Balsam für die Lachmuskeln...



Damit nicht genug. Kommen auch noch die Bochumer, mit im Zug, ins Spiel. Ein letztes Video, dieser sagenhaften Rückfahrt...



So. Genug gelacht. Bis zum nächsten Mal im Zug nach Siegen.
Videos von Moritz Bergmann. Vielen Dank.

26 September 2006

On Tour - Darmstadt 06/07

An der Stätte, wo im Juni 2005 der Aufstieg in die Zweite Liga besiegelt wurde, hatte sich im Vergleich zum Vorjahr nicht viel verändert. Nur die Mannschaft der Darmstädter schien einen Tick besser als die Siegener. Zumindest spielerisch. Nach zwei Niederlagen zum Auftakt wollten die Sportfreunde die Wende. Vorerst sah es auch gut aus: Nach einem Freistoss von Gaetan Krebs köpft Abwehrrecke Daniel Bogusz zur Führung ein. Aber noch vor der Pause schaffen die Darmstädter den Ausgleich. Hatte Keeper Thomas Richter zuvor glänzend gehalten, so hatte er nach einem groben Abwehr-Schnitzer keine Chance. Nach dem Seitenwechsel ging es zunächst hin und her, beide Teams hatten Chancen. Doch als die Siegener sich mit dem Remis schon abgefunden hatten, trafen die Hausherren in der Nachspielzeit noch per Standartsituation. Bitter für Siegen, das keine schlechte Leistung bot. Die Enttäuschung bei Spielern und Fans war gleich groß.

Im Umfeld des Stadions und vor allem im Gästeblock hatte sich wahrlich nicht viel geändert. Für den ohne Zweifel überteuerten Eintrittspreis von sieben Euro gab es eine Stunde vor dem Spiel noch nicht mal was zu Essen. Die Bratwurst wurde erst viel später auf den Grill geschmissen und war noch vor der Halbzeit ausverkauft. Allerdings nur im Gästeblock. Das Bier schien auch nicht gerade frisch zu sein. An der Waldkasse, dem Hintereingang des Stadions, ist gerade mal ein Kassenhäuschen offen gewesen, es bildete sich eine lange Schlange, der Kassierer hat sein Wechselgeld in einer Plastiktüte zusammengesucht – von Professionalität zeugt das nicht - und die aufgestellten Dixi-Klos sind auch nicht jedermanns Sache. Nur die Kontrollen hinter dem Kassenhäuschen schienen ihren Spaß zu haben, obwohl sie scheinbar ihre Sache auch auf die leichte Schulter nahmen. Unsere Anreise erfolgte diesmal übrigens mit dem Zug per Wochenendticket, der über Frankfurt am Hauptbahnhof in Darmstadt hielt. Ein fairer Zug ging von der Darmstädter Polizei aus, die die Siegener am Bahnhof in Linien-Busse wiesen, die direkt vorm Stadion hielten. Natürlich wurden dien Bussen mit Polizei-Wagen begleitet. Das war auch vor einem Jahr so – immerhin etwas Positives.
(Bild: stadionwelt.de)

On Tour - Stuttgart II 06/07

Bei den VfB Amateuren von Stuttgart erlebten die Sportfreunde Siegen – wie schon in der Aufstiegssaison – in der Regionalliga einen klassischen Fehlstart. Auch wenn Til Bettenstaedt den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielen konnte, so wirkten die Stuttgarter doch über weite Strecken des Spiels frischer und technisch versierter. Den Siegenern fehlte im Angriff die nötige Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor und viele der vorgetragenen Angriffe schienen ideenlos. Da die Gastgeber früh störten, ließen sich auch die für stabil erklärten Abwehrreihen der Siegener zu individuellen Fehlern verleiten, die spielentscheidend waren.

Die Reise nach Stuttgart wurde durch eine passende Mitfahrgelegenheit mit dem Auto angetreten. An diesem Freitagabend kam man auch sehr zügig über die Autobahnen. Sowohl bei der Hin- als auch bei der Rückfahrt gab es keine größeren Zeitverzögerungen. Da wir auch recht früh losgefahren waren und Navigationssystem an Bord hatten, waren wir auch mehr als pünktlich im Stadion angekommen. So konnte noch vor dem Anpfiff das eine oder andere Bier getrunken werden. Das schmeckte auch gar nicht so schlecht. Die Bratwurst auch. Mit dem fairen Eintrittspreis von vier Euro kann man auch nicht unzufrieden sein.

Das Personal in dem eher kleineren Stadion – dem Nebenplatz des Gottlieb-Daimler-Stadions – war sehr freundlich – auch wenn man sich an den schwäbelnden Akzent etwas gewöhnen musste. Und trotz Regen und Niederlage hat es in Stuttgart doch Spaß gemacht. Auch wenn sich einige Fangruppierungen der Siegener etwas daneben benommen hatten, gab es mit der Tatsache, dass es keine Trennung zwischen Siegenern und Stuttgartern gab, keine Probleme. Alles verlief friedlich bei den gastfreundlichen Stuttgartern.
(Bild: suedfussball.de)

Liga Zwei - Wir sind dabei: Wir in Bochum


Mit dem Zug ging es zu einem Auswärtsspiel der Sportfreunde diesmal nach Bochum. Die fast zweistündige Fahrt war mit einem 5er-Ticket der Deutschen Bahn recht billig. Das dachten sich sehr viele Siegener. So gab es in dem Zug nach Bochum nicht genug Platz für alle. Das bedeutet: Quetschen, Drängeln, Schubsen. Es wurde eng im Zug und man konnte kaum eine Sekunde in Ruhe irgendwo stehn, ehe nicht mal einer von dem einen Abteil ins andere Hüpfen musste. Dazu taten sich die mitgefahrenen Cops wichtig und stürmten plötzlich ohne Vorwarnung ins Abteil. Ohne Rücksicht auf Verlust. So konnte es schon mal passieren, dass man plötzlich an der Fensterscheibe klebte. Mit der Zeit gingen mir diese Strapazen tierisch auf die Nerven. Bis ich endlich mal einen Sitzplatz ergattert hatte, den ich auch nicht mehr hergab, denn wir sind ja alle ein bisschen Egoist. In Bochum dann angekommen, gab es am Hauptbahnhof erstmal eine Humba. Die Cops hielten uns eh zunächst noch eine Weile am Bahnhof fest, ehe wir in Richtung Ruhrstadion aufbrechen konnten. Die Strecke zog sich etwas dahin, so dass einige mit schwachen Blasen, die sie zum Teil schon im Zug unter Beweis gestellt hatten, statt auf Schienen nun gegen Mauern und Hauswände pinkeln mussten. Nicht gerade die feine Art, aber Not macht bekanntlich erfinderisch. Am Stadion angekommen, gab es dann schon die nächste Schlange. Da nur zwei Tore und vier Kassen geöffnet hatten, mussten die rund 2000 Siegener, die nach Bochum gereist waren, wieder warten. Die Kontrollen waren auch streng. Die Schuhe mussten aus. Aber immerhin konnte man die Rucksäcke abgeben und brachte sie nicht die ganze Zeit mitschleppen.

In den 90 Minuten des Spiels VfL Bochum gegen Sportfreunde Siegen zeigte unser Team eine ansprechende Leistung, verlor aber knapp. Doch der Wille war da, das Pech auch, so ist das im Abstiegskampf. Trotzdem feierten wir Fans. Die ganze Spielzeit über gab es Dauer-Support, wir ließen uns die gute Laune, die wir mitgebracht hatten, nicht verderben. Wir feierten den Kampfgeist der Mannschaft, wir feierten uns selbst. Eine tolle Moral und eine Bomben-Stimmung im Gäste-Block des Ruhrstadions. Auch wenn man das mit anderen Fan-Gruppierungen nicht vergleichen kann, für Siegener Verhältnisse war das klasse, einzigartig. Zum Schluss wurde noch mit der Mannschaft zusammen gefeiert, noch lange nach dem Abpfiff. Darauf kann man als Siegen-Fan stolz sein. Lob gab es auch nach dem Spiel von ein paar objektiven Bochumer Fans, die unsere Moral und den gezeigten support anerkannten und uns gerne wieder sehen würden, als sympathische Gäste in Bochum. Abgerundet wurde das noch mit einem leckeren "Fiege"-Pils, ein spezielles Bochumer Bier. Vermischt liefen die Siegener und Bochumer Fans dann die Straße vom Stadion hinunter, während die Bochumer in der Innenstadt noch in den Kneipen feierten, begann für uns Siegener die Heimreise. Einige machten dort auch noch Party, die Fahrt verlief aber ohne Zwischenfälle ruhig über Hagen nach Siegen. Ab und zu gab es auch nochmal was zu Lachen. Trotz der Niederlage waren wir alles andere als depremiert oder frustriert. Denn uns hat es Spaß gemacht und gelohnt hat es sich, auch wenn wir verloren haben. Wer's net versteht, war net dabei.