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23 April 2007

Filmkritik: Lachflash über den "Vollidiot"

Eine Roman-Verfilmung ist immer ein ganz eigenes Unterfangen. Bei „Vollidiot“, der kürzlich im Kino gestartete Film von Tobi Baumann, ist sie aber vollkommen gelungen. Nach Tommy Jauds Bestseller trainiert die Komödie „Vollidiot“ die Lachmuskeln der Kino-Besucher und verspricht ein Erfolg zu werden. Die Mischung aus sarkastischem Wahn-Witz und ironisch angehauchtem Humor lässt kein Auge trocken. Trotz der recht simplen Story kommt „Vollidiot“ richtig in Fahrt. Auch ein wenig Gesellschaftskritik wurde mitverpackt.
Simon Peters heißt die Hauptfigur, gespielt von Oliver Pocher in seiner ersten Kino-Rolle. Single, 30, männlich, sucht… nach diesem Motto beginnt auch der Film. Denn Simon ist seit einem Jahr alleine, kriegt in der Disco stets eine Abfuhr, hat einen Haufen Schulden, hängt dennoch meist im Pub ab und mag seinen Job als verkappter Mobilfunk-Verkäufer („Lad dir mal nen Hauptschulabschluss runter, Alter“, „Haben sie dieses Internet? – Mist, das letzte ist grade weg“) bei „Dingelingeling“ überhaupt nicht. Als er sogar aus dem Mallorca-Single-Urlaub als einziger ungevögelt zurück kehrt, kauft er sich bei Ikea einen Einzelsessel – ganz auf sein Singledasein zugeschnitten. Wenig später gibt’s Ärger von seiner Chefin – genannt „die Eule“ (Anke Engelke).

Einer Achtjährigen hat er einen Handyvertrag verkauft. Das soll er nun wieder grade biegen, somit bricht Simon Peters bei den Kunden ein. Übersieht aber die Überwachungskameras. Als Simon feststellt, dass aus dem Café, in dem die Beziehung mit seiner Ex endete, ein All American Coffee Store geworden ist, haut er dort erstmal gehörig auf den Tisch. Nachdem er in der Disco dann zu den Vengaboys abgeht und der Abend mit zwei jungen Stewardessen aufgrund seiner sexistischen Art und Weise („Ich wollte immer schon mal wissen, wie viel Bonusmeilen man bekommt, wenn man mit einer Stewardess schläft“) etwas unglücklich endet, macht er zusammen mit seinem Freund und Kollegen Flick (Oliver Fleischer) erneut halt vor dem Ami-Café. Beim Gurken-Wettrennen der beiden Freunde am Fenster des Café, erblickt er seine Traumfrau, die schöne Marcia P. Garcia (Ellenie Salvo González). Jetzt muss er sie nur noch ansprechen. Das erfordert aber einige Überwindung. Doch Simon Peters hat schon ausgeklügelte Pläne. Doch als der Vollstrecker alias „der kleine Mann“ (Herbert Feuerstein) auftaucht, muss er diese erstmal verschieben, entflüchtet ins Pub, wo er sich die Kante gibt und seinem Liebeskummer Luft macht („Manchmal kann man gar nicht soviel saufen, wie man kotzen möchte"). Schließlich wird er vom Wirt, den Simon gut kennt, vor die Tür gesetzt, muss ihm aber noch das Versprechen geben, Marcia erst am nächsten Morgen versuchen anzusprechen.

Vor einer Kirche wartet er bis es Punkt zwölf gongt ("Jetzt ist Morgen!"), übernachtet dann auf einer Mauer vor der Haustür seiner Angebeteten. Noch trennen ihn ein Vorhang und eine Straße von seinem Glück. Doch im Kölner Express findet er die zündende Idee: Er will Marcia zum Konzert von den Fantastischen Vier einladen. Nach einigen Spanisch-Kursen und zahlreichen gescheiterten Versuchen sie einzuladen, kommt es beim Konzert zum Showdown…
Die Besetzung des Films mit TV-Proll Oliver Pocher als „Vollidiot“-Hauptfigur ist vollkommen gelungen. Die direkte und schonungslos sarkastisch-aberwitzige Art von Pocher verleiht dem Streifen die richtige Note. Pocher wirkt in seiner Rolle überaus authentisch, fast so als würde er sich selbst spielen. Simon Peters ist eine Figur, über die und mit der der Zuschauer lachen kann, obgleich er mit ihm fiebert. Und wer Pocher mag, wird den Film lieben, denn vor allem die knallharten Sprüche sorgen für die Lacher im Film. Auch die anderen Schauspieler reihen sich in dieser Form ein.
Tommy Jaud, der nicht nur die Vorlage schrieb, sondern auch gemeinsam mit Christian Zübert (Regisseur des grandios witzigen „Lammbock“) das Drehbuch verfasste und in einer kleinen Rolle zu sehen ist, begann seine Karriere als Gagschreiber für Harald Schmidt. Anschließend feierte er Erfolge mit den Sat1.-Comedy-Produktionen „Wochenshow“ und „Ladykracher“, bevor er 2004 800.000 Exemplare seines Debüt-Romans „Vollidiot“ absetzte. Diese locker-leichte, pfiffige Literatur ist scharfsinnig wie amüsant beobachtet und liest sich ausgesprochen flott. Eine Verfilmung war nur eine Frage der Zeit.

Kommt der Film zwar zum Anfang nur langsam in Fahrt, so steigert er sich zur Mitte hin, die Lachdichte, die eine gute Komödie ausmacht, passt. Zum Schluss nimmt der Film eine überraschende Wende, kein klassisches Happyend im Sinne Hollywoods, doch der Zuschauer verlässt den Kino-Saal mit einem Schmunzeln, dem einige gute Lach-Flashs während der Vorstellung voraus gingen. Wer zum lachen nicht in den Keller geht, kommt bei „Vollidiot“ voll auf seine Kosten. Und wer vom Film nicht genug kriegen kann, dem empfiehlt sich Jauds Roman, aus dem Christoph Maria Herbst ("Stromberg") in einer Vorlesungs-Tour gelesen hat (siehe Bild).


„Schlag den Kommissar“ – Rückkehr der Mumie

Im Siegen-Weidenauer „Jojos Pub“ ging es unmittelbar nach dem „Vollidiot“-Kino-Besuch zu später Stunde in die erste Runde von „Schlag den Kommissar“. Was Raab kann, kann der Kommissar in Person von Jürgen K. schon lange. Ein ähnlicher Wettbewerb musste her. Die erste Disziplin war das allseits beliebte Billard. Und obwohl der Kommissar ja schon an alten Schultagen fast täglich im Keller-Bunker der Lehranstalt diesen Sport ausgeübt hat, konnte Kandidat Damian R. die Partie knapp mit 4:3 gewinnen. In der ersten Runde gewann der Kommissar noch souverän, musste sich aber im zweiten Spiel geschlagen geben. Das dritte Spiel wurde wieder gewonnen. Dann kehrte die „Mumie“ zurück und siegte zweimal in Folge. Das letzte Spiel konnte der Kommissar, der mit seiner „Über die Kugeln-Lupf-Technik“ verblüffte, aber noch mal gewinnen. Die Partien waren immer sehr spannend und knapp, beide hatten ohnehin mehr Glück als Verstand. Nun steht es nach der ersten Runde also 1:0 für den Kandidat, der sich gegen einen hartnäckigen Gegner wacker schlug – Fortsetzung folgt…

09 April 2007

Skandal: An Ostern von der digitalen Außenwelt abgeschnitten

Die neue Technologie mit DSL und DSL-Telefonie ist ja eine feine Sache. Insofern man sie nutzten kann. Nachdem der Fulltime-Tarif bei der T-Com gekündigt wurde, konnten wir das nicht mehr. Über 1&1 bequem mit hoher Geschwindigkeit surfen und dabei noch kostenfrei ins deutsche Festnetz telefonieren, konnten wir auch einen halben Monat lang. Wenn man über DSL telefoniert, braucht man für die wenigen Verbindungen in Handynetze keinen Fulltime-Tarif mehr bei der T-Com. Logische Schlussfolgerung: Tarif kündigen, normalen Standart-Tarif für Notfälle. So stand es auch in der prompt aufgesetzten Kündigung, die auch an die T-Com geschickt wurde.
Die bestätigte auch die Kündigung. Hat das aber alles falsch verstanden. Denn die legte kurzerhand den kompletten Anschluss lahm. Kein Telefon-Anschluss, daher kein DSL-Anschluss und damit war die Rufnummer auch nicht mehr erreichbar. Von der Außenwelt abgeschnitten. Und warum? Weil die T-Com scheinbar nicht lesen kann. Bekanntlich ist ja derjenige im Vorteil, der lesen kann. Irgendwie scheint das aber hier nicht zu stimmen. Wir konnten lesen, und sogar schreiben, aber haben jetzt weder Internet noch Telefonverbindung.


Sofort wurde sich natürlich bei der T-Com beschwert, die zwar ihren Fehler nicht einsehen wollte, aber versicherte den Anschluss wiederherzustellen. Ein Tag sollte es dauert. Passiert ist nichts. Tags darauf ein weiterer Anruf: Im Laufe des Tages soll jetzt der Anschluss wieder da sein. Nichts. Gründonnerstag: Nach erneut mehrmaligen Versuchen die T-Com-Mitarbeiter zu erreichen, ist sogar mal ein freundlicher Berater dran, der feststellt, dass der Auftrag zur Wiederherstellung des Anschlusses vorliegt, aber noch nicht bearbeitet wurde. Er wollte sich persönlich darum kümmern, dass der Anschluss noch vor Karfreitag wieder da ist. Karfreitag, nichts geht. Den Samstag versuchen wir es erneut. Jetzt heißt es plötzlich das Kündigungsschreiben sei „missverständlich“ gewesen. Daher das Durcheinander. So zieht man sich also heutzutage fein aus der Affäre. Die T-Com-Mitarbeiter hält dann Rücksprache mit dem Vertrieb und verkündet dann: „Es läuft“. Was heißt, man würde sich drum kümmern, aber so schnell würde das nicht gehen, da werden wohl noch ein paar Tage ins Land gehen. Ob Schikane oder Unfähigkeit? Es sei dahin gestellt. Aber so, liebe T-Com, geht es nicht. Das ist nicht die Professionalität, die man von einer Aktiengesellschaft erwartet. Ostern ohne Telefon- und DSL-Anschluss: Kein Anschluss unter dieser Nummer.

23 März 2007

Filmkritik: Neues vom WiXXer

Ein ungeschriebenes Filmgesetz besagt, dass eine Fortsetzung nie besser ist als das Original – wenige Ausnahmen bestätigen die Regel. Dass dies nun wahrlich nicht immer so sein muss, beweisen die beiden TV-Regisseure Cyrill Boss und Philipp Stennart im zweiten „Wixxer“-Teil „Neues vom Wixxer“. Stocherte das Autoren-Team Oliver Kalkofe, Oliver Welke und Bastian Pastewka beim ersten Teil noch etwas unbeholfen im Sujet, so erhöht das Trio im Sequel seine Trefferquote und findet den richtigen Ton für eine liebevolle Persiflage, die die legendären Edgar-Wallace-Krimis der 60er Jahre humorvoll aufs Korn nimmt.

Chief Inspector Even Longer (Oliver Kalkofe) und Inspector Very Long (Bastian Pastewka) sind verwirrt. Drei Jahre nachdem die beiden Ermittler von Scotland Yard den berüchtigten Schwerkriminellen Wixxer aus dem Verkehr gezogen haben, taucht plötzlich in London ein neuer Wixxer auf, der die Polizisten auch gleich beim ersten Aufeinandertreffen kräftig narrt. Auf einem Friedhof entdecken sie zudem eine ominöse Todesliste, auf der sich unter anderem Inspector Very Long befindet – was nicht unbedingt zu dessen Amüsement beiträgt. Der prominenteste Name ist jedoch der von Victoria Dickham (Christiane Paul), mit der Even Longer heimlich liiert ist. Er macht sich große Sorgen um seine Angebetete. Noch größeres Kopfzerbrechen bereitet dem Chief Inspector allerdings die Aufgabe, Victorias gestrengen Vater Lord Dickham (Joachim Fuchsberger), Ex-Chef von Scotland Yard, als potenzieller Schwiegersohn zu überzeugen. Bei der Verbrecherhatz beißt indes der scharfe Eddie (Martin Semmelrogge) schnell ins Gras, während die Spur der Yard-Ermittler in die Irrenanstalt führt. Die leitet kein Geringerer als Alfons Hatler (Christoph Maria Herbst), der seinen Butler-Posten aufgab, sich zunächst gegen eine Gesangskarriere in Las Vegas entschied und seiner Passion als Irrenarzt nachkam. Longers ängstlicher Bruder Much (Christian Tramitz) ist Even auch keine große Hilfe, er behindert das Vorankommen eher und taucht immer im falschen Moment auf...

Die Story ist natürlich auch weiterhin unwichtig und bestenfalls eine Variation von Teil eins. Dafür sind die Charaktere diesmal griffiger, die Dialoge flotter und die Witzquote höher. Selbst Oliver Kalkofe, der als Hauptdarsteller im Original kaum einen echten Lacher verbuchen konnte, legt zu. Ähnliches gilt für Oliver Welke, der mit trockenen Sprüchen als Pathologe gefällt. Kalkofes Herzensangelegenheit, Altstars aus den Wallace-Filmen an Bord zu haben, erweist sich als Treffer. So belebt Joachim Fuchsberger, der Teil eins noch aus moralischen Bedenken ablehnte, den Cast und lässt den Geist der 60er Jahre durch sein sprödes Spiel wahrhaftig werden. Auch Judy Winter, die in den frühen 70er Jahren noch unter Wallace-Veteran Alfred Vohrer drehte, stellt sich in den Dienst der Sache und ist sich für gepflegten Klamauk nicht zu schade. Die wunderbare Christiane Paul kann als simpler Love Interest hingegen nicht völlig überzeugen und ist hoffnungslos unterfordert. Der platte Gag, den ihre Mitstreiter mit Hingabe zelebrieren, ist nicht unbedingt ihr Zuhause. Eine illustre Riege von Stargästen versüßt das Vergnügen mit kleinen Auftritten. Doch das alles wäre ohne einen Mann nur halb so komisch.

Wie schon im ersten Teil sorgt Christoph Maria Herbst als Alfons Hatler für die größten Brüller. Der Ausnahmekomiker spielt wieder grandios mit den Gegensätzen seines streng gescheitelten Äußeren gegenüber seinen Worten und Taten (hier hätte Dani Levy für seinen verunglückten Mein Führer besser mal genauer hingeschaut, so bleibt ihm nur ein Staunen, wie man Hitler mit Schärfe und Witz persiflieren kann). Unschlagbar sind Herbsts Auftritte als Sänger, wenn er beispielweise amerikanisches Liedgut wie Frank Sinatras „My Way“ interpretiert oder Fragen nach der Weltherrschaft abwehrt. Thematisch verwurstet „Neues vom Wixxer“ neben der Wallace-Vorlage quer durch den Garten die halbe Populär-Filmgeschichte. Pretty Woman, Dirty Dancing, Krieg der Sterne, „James Bond“, „Indiana Jones“ und „Bodyguard” und viele mehr werden zitiert, selbst vor dem aktuell beliebten Torture Porn à la saw oder Hostel wird nicht halt gemacht.
Bei aller Kurzweil sitzt jedoch bei weitem nicht jeder Gag. Auf den alten „Ich-schlage-keine-Frauen“-Kalauer konnten die Autoren Beispiel gebend nicht verzichten, dazu übertreiben sie es mit der innigen Beziehung zwischen Long und Longer. Wer denn am Ende der Wixxer ist, interessiert auch nicht wirklich. Die Geschichte ist eh nur Mittel zum Zweck, möglichst viele Gagtreffer zu platzieren. Und hier landet „Neues vom Wixxer“ einen ehrlichen Punktsieg gegenüber dem Vorgänger. Dass der Film nicht annährend an die Genialität des Frühstxyradios heranreicht, ist sonnenklar. Soviel Radikalität und Wahnsinn verträgt kein Massenprodukt. Aber „Neues vom Wixxer“ unterhält dennoch gut. Damit hat er Levys Rohrkrepierer „Mein Führer“ einiges voraus. Und weil’s so schön ist, muss auch noch nicht Schluss sein. Im Abspann wird bereits der dritte Teil der als Trilogie angelegten Wixxer-Saga angekündigt... „Triple Wixx“!

02 März 2007

Beim Zoch in Kölle

Im mehr als 6 km langen Kölner Umzug unter dem Motto „Köln un die Pänz us aller Welt“ war der Weltjugendtag mit einem eigenen Wagen vertreten. Rund 80 Mitarbeiter des Weltjugendtagsbüros zusammen mit den Langzeitfreiwilligen aus aller Welt gingen in der Fußgruppe, schwenkten Fahnen (inklusive der des Vatikan) und warfen kleine Werbepakete mit dem Weltjugendtagslogound Süßigkeiten, die zum größten Teil von Sponsoren - insbesondere der Kölner Ehrengarde und der Karnevalsgesellschaft Große Kölner 1823 - gestiftet wurde. 44 Gruppen mit 96 Festwagen, 121 Musikkapellen, 480 Pferde und rund 10.000 Menschen sind beim Rosenmontagszug dabei gewesen.

17 Jänner 2007

Filmkritik: Mein Führer - die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler

Die Story: „Mein Führer“ - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler. Die Ge-schichte des Films von Dani Levy, mit Helge Schneider als Hitler in der Hauptrolle, ist schnell erzählt. Der „totale Krieg“ ist im Dezember 1944 so gut wie total verloren. Am Neujahrstag soll der Führer eine Rede halten, um beim Volk die letzten Kräfte zu we-cken. Doch Hitler ist depressiv und krank. So lässt Goebbels den ehemaligen jüdi-schen Schauspieler Adolf Grünbaum (Ulrich Mühe) in die Reichskanzlei beordern. Er soll den Führer „heilen“. Doch Grünbaum spielt dabei mit dem Feuer…

Hintergrund: Darf man über Hitler lachen? Die Frage ist längst beantwortet. Schon bevor der Film „Mein Führer“ von Dani Levy in die deutschen Kinos kam, entflammte eine öffentliche Diskussion neu, ob man sich über Hitler lustig machen dürfe. Als Ar-gument wurde häufig die Gefahr, die Verbrechen der Nationalsozialisten womöglich zu verharmlosen, angeführt. Seit Lubitschs „Sein oder nicht sein“. Seit „Der große Dik-tator“ von Charlie Chaplin, noch zu Lebzeiten Hitlers. Und spätestens seit dem Musi-cal „The Producers“. Man darf, ja muss vielleicht sogar über Hitler lachen können. Um ihn auch auf diese Weise endgültig zu entmystifizieren.



Das entbehrt nicht einer gewissen historischen Grundlage: Paul Devrient, seinerseits Opernsänger und Stimmbildner, hatte Hitler im Jahre 1932 für sieben Monate begleitet und zum Demagogen geschliffen, was Bertolt Brecht bereits 1941 in „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ parodierte. George Tabori ging 1987 in seiner Farce „Mein Kampf“ noch weiter, als aus dem Ausbilder ein Jude wurde, der dann das erste Opfer seines Geschöpfes wurde. Levy, ein Jude und Spross einer Familie, die vor Hitler fliehen musste, kehrt die Früh- in die Endzeit, und so ist sein „Führer“ ein wenig von allem: ein bisschen Ui und Pfui, ein wenig Tabori, auch eine Prise von Walter Moers’ „Bonker“-Comics, ein galliges Gegengift zudem zu Hirschbiegels Bunker-Epos „Der Untergang“ und am Ende auch ein Schuss „Der große Diktator“, wenn Hitler die Stimme versackt und „sein Jude“ als Ghostspeaker eine große, humanistische Rede hält.
Wie Chaplin setzt Levy dabei auf Slapstick, ja manchmal auf grotesken Nonsens.



Nicht mit einer Ballettnummer mit Globus wie bei Chaplin, das nicht. Aber die Weltkugel dient hier zumindest als Mini-Bar. Und es gibt ähnliche, bleibende Momente. Adolf in der Schaumbadewanne beim Seekrieg-Spielen mit Spielzeug-Schiffen. Adolf im senfgelben Trainingsanzug, von Grünbaum in einem als Aufwärmtraining gedachten Ringkampf niederstreckt. Die Maskenbildnerin namens Riefenstahl (Marion Kracht), die bei der Rasur versehentlichen den Schnauz stutzt. Und Blondi, der die Pfote zum Hitler-Gruß hebt. Das allerdings ist eindeutig geklaut bei „The Producers“, in dem dieser Effekt von einem ganzen Verschlag von Flugtauben noch verschlagener wirkte.

Kritik: Regisseur Dani Levy präsentiert seine subjektive Sicht auf die Geschichte – frei erfunden und provozierend frech. Er gibt die Nazi-Herrscher dem Gelächter preis. Die Hitler-Satire „Mein Führer“ trainiert trotz aller Kritik von Außen die Lachmuskeln der Kino-Besucher.

27 September 2006

Immer diese nervigen Quiz-Sendungen

Man kann es kaum noch sehen oder hören. fast auf jedem privaten Sender laufen ab Mitternacht die berüchtigten Quiz-Sendungen. Total einfache Aufgaben - Ruf an! Schneller Gewinn. Denkste - bis man durchkommt muss man kräftig zahlen, wenn man denn durchkommt. Da fühlt man sich doch verarscht. Ein Anrufer hat sich aber dann gedacht, verarsch ich die doch auch mal. Oder ist er wirklich so doof? Die Moderatorin findets jedenfalls lustig...



Und gleich noch was aus dem TV. Scheinbar können auch Wetter-Vorhersagen ganz witzig sein. Maxie Biewer von RTL in the house...

Ein Ausraster im Parkhaus (Video)

Was zuviel ist, ist zuviel. Es gibt eindeutig diese Tage, wo einfach alles schief läuft. Da würde man am liebsten gerne ausrasten, so wie diese Dame hier...